Unternehmen neu ausrichten

Deutschland, Schweiz sind beste Beispiele dafür, dass es bei einer 1. Und 2. Welle nicht bleiben wird und kann. Siehe aktuell auch z.B. England explizit London etc.  Bereits in 2020 und nochmals im November 2020 hat die Sebile AG darauf mehrfach hingewiesen, dass bei einer solchen Situation und Viren eine 2. Welle unaufhaltsam ist und kommen wird. Dies gleich zu setzen mit einer allzeit bekannten Welle von Erkältungskrankheiten und anderen Viren, mit denen wir Menschen im Alltag leben und eine Koexistenz eingehen. Ehemals wurden wir mit unseren Aussagen belächelt und für übervorsichtig erklärt. Ja selbst wurde darauf hingewiesen, dass keine Regierung wie z.B. in der Schweiz und vor allem in Deutschland dies nochmals umsetzen noch real ansetzen würde oder überhaupt könnte, also erneut Schließungen von Unternehmen und gesamten Branchen. Doch wo stehen wir heute?

Mitten in z.B. der zweiten Welle und wir gehen davon aus, dass eine dritte Welle nicht nur denkbar, sondern zu über 80% weiterhin kommen wird. Dies ab ca. März bzw. April 2021. Was dies für Unternehmen, Mitarbeiter gar ganze Zweige und Branchen bedeutet ist zumindest der Politik relativ unwichtig – denn die Eigendynamik der Politik ist nicht mehr aufzuhalten. Somit müssen sich Unternehmen und KMU klar fragen, was machen wir bei einer erneuten bzw. dritten Welle und Schließung bzw. weiteren politischen Restriktionen?

Förderungen bei denen ein größerer Teil der Unternehmen, KMU und auch kleine Unternehmen durch die Raster fallen ist ebenso Realität wie auch die langsam steigenden Insolvenzfälle und Reduktion von Liquiditätsreserven bei sehr vielen verschiedenen Branchen und Unternehmen. Der Domino-Effekt ist bereits aktiv. Unternehmen die in der ersten Phase nur gering oder nicht betroffen waren messen und spüren bereits heranrollende Veränderungen durch und bei Kunden, Lieferanten und Umsatz. Das führt in sehr vielen Fällen zum unerwünschten Krisenmodus, wozu die meisten Firmen und Unternehmen weder Zeit, das Humankapital noch die liquiden Mittel zur Verfügung haben – denn sie müssen sich ja um das Tagesgeschäft und ihre Kunden und Abläufe kümmern. Krisenbewältigung und Lösung von massiven Krisen ist da ein derart störendes Glied in der Kette. 

In einem solchen Fall muss sofort gehandelt werden und es müssen alle Kostenfaktoren und Kostenpositionen auf den Prüftisch. Dies unabhängig von deren Wichtigkeit, Präferenz und Werthaltigkeit. Alles muss und sollte umgehend, tief und gründlich geprüft und analysiert werden. 

Doch Vorsicht – denn bei jeder Unternehmenskrise geht es auch um die Fragen der Haftung, Mithaftung und persönlichen Haftung. Schon das geringste Anzeichen z.B. bei Ihren Lieferanten oder Kunden, Partner auf z.B.:

  • Geschäftsführerwechsel
  • Erhöhung oder und Veränderung der Geschäftsanteile
  • Jegliche Art von Bekanntmachung im Handelsregister z.B. 
  • Verlängerungswunsch möglicher Zahlungsziele
  • Verspätete Zahlungen
  • Teilzahlungen
  • Verlagerung eines Unternehmens oder von Teilen eines Unternehmens
  • Verspätete Lieferungen
  • (hier nur einige Anzeichen…)

müssen Sie als Unternehmen, Unternehmer (in) und Führungskraft bzw. Geschäftsführung hellhörig werden und sofort erneut innehalten und überlegen, was das bedeuten kann, muss oder könnte. Jeder dieser beschriebenen Anzeichen könnte ein Signal dafür sein, dass Kunden und oder Lieferanten und Partner bereits in der bzw. einer Insolvenzreife sind bzw. sich befinden. Nur alleine die mögliche Annahme zu einem späteren Zeitpunkt, sollte Ihr Unternehmen selbst von einer Krise betroffen sein, kann dazu führen, dass Sie als Unternehmer, Führungskraft oder und Geschäftsführer(in) in Haftung genommen werden oder z.B. als Lieferant in Regress genommen werden – dies von einem möglichen Szenario, dass ihr Unternehmen selbst in eine Krise kommen könnte oder kommt und in einem normalen Insolvenzverfahren durch einen Verwalter geführt wird. 

Jeder schriftliche Kontakt im Rahmen dieser Punkte ist strengstens und sofort zu prüfen. Sie als Führungskraft oder z.B. Geschäftsführer sollten dann umgehend Ihr Handeln, Erklärung warum und wieso schriftlich protokollieren und erklären. Doch Vorsicht, jede noch so korrekte Handlung zu dieser jeweils aktuellen Lage, Situation und Zeit kann in der Zukunft zu Verwerfungen und Vorwürfen führen, die das Unternehmen und oder die Führungskräfte, Geschäftsführung und Familie in Bedrängnis bzw. bis an den Rand der Existenz bringen können. 

Ihr Handeln als Führungskraft, auch unter Beachtung der aktuellen möglichen Gesetzesänderungen wird nicht leichter, sondern noch anspruchsvoller und riskanter. 

Sollten Ihnen also wissentlich oder faktisch Informationen bekannt werden oder sein, dass Kunden bzw. Partner oder und Lieferanten Veränderungen planten oder planen oder diese in einer schriftlichen Art und Weise veröffentlicht wurden, müssen und sollten Sie aktiv werden. Im negativen Fall ist zu empfehlen, dass jeweils bei einer solchen Informationen eine offizielle und wenn nötig kostenpflichtige wirtschaftliche Erkundigung über das Unternehmen, Partner oder Kunden eingeholt wird. Dies als Sicherheit für Ihr Handeln und Aktionen. Dies müssen Sie dann auch schriftlich festhalten und protokollieren, um nicht später in einer möglichen eigenen Unternehmenskrise nicht dafür haftbar gemacht werden zu können.

Ein Unternehmen neu ausrichten ist eine umfangreiche und längerfristige Aufgabe. Dafür benötigen Sie vor allem fähige und motivierte A-Mitarbeiter und Führungskräfte, die von sich aus aktiv und nach vorne wollen und bereit sind, mit anzupacken. Doch alleine dies ist eine hohe Kunst und hat auch etwas mit Glück und Zeitgeist zu tun. Weiterhin gehört dazu die Sicherstellung Ihrer Liquidität und 100% aktiven Unternehmensbereiche. Und das alles neben den täglichen Aufgaben – aber 100% korrekt und richtig – eine Kunst!

Der aktuell viel gelobte Weg der Bereinigung von Unternehmen durch eine Insolvenz sollte nur im Notfall eine Wahl der Zeit sein, denn sie geben mit der Insolvenz ihre Steuerung ab und müssen hoffen, dass Gerichte und vor allem Verwalter das Gleiche wollen wie Sie und das Unternehmen. Aus Erfahrung existieren hier Welten von Einstellungen und Gewohnheiten die es nicht einfacher machen, sondern nur noch schwieriger und unkontrollierbarer. Aus diesem Grund ist es zu empfehlen, dass Unternehmen frühzeitig ihre Kennzahlen, Situation, Markt und allen anderen Bereich kontinuierlich prüfen, beobachten und messen. 

Hierzu gibt es verschiedene Werkzeuge und Messwerkzeuge, die parallel vorhanden sein sollten bzw. müssen. Doch Erfahrungswerte belegen, dass nur ca. bei 35% aller Unternehmen dies passgenau vorliegt. Bei den restlichen 65% existieren Teile von Kennzahlensysteme, Versuche und mehr oder minder Ansätze einer kontinuierlichen Kontrolle. 

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich einen externen Fachmann ins Unternehmen zu holen, der Sie bei ihren Aufgaben unterstützt und bei Bedarf auch direkte Aufgaben tatkräftig mit übernimmt.