Firmeninsolvenz Dauer und Laufzeit

Wenn ein Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, ist im Insolvenzrecht die Firmeninsolvenz auch als Regelinsolvenz bezeichnet vorgesehen. Dabei wird dann das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens entweder aufgelöst, liquidiert oder saniert.

Die Gründe für eine Firmeninsolvenz
Im Insolvenzrecht ist genau definiert, wenn bei einem Unternehmen der Tatbestand der Insolvenz eingetreten ist. Dabei gibt es drei verschiedene Gründe. Die Pflicht, eine Firmeninsolvenz zu beantragen ist für juristische Personen dann vorhanden, wenn bei einem solchen Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung eingetreten ist.

Hierbei ist der erste allgemeine Eröffnungsgrund die Zahlungsunfähigkeit. Gemäß § 17 Abs. 2 der Insolvenzordnung (Abkürzung InsO) liegt eine Zahlungsunfähigkeit vor, wenn das Unternehmen nicht mehr imstande ist, den fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Dabei ist dies dann in der Regel der Fall, wenn das Unternehmen die Zahlungen einstellt. Gemäß § 18 Abs. 2 der Insolvenzordnung ist ein weiterer Eröffnungsgrund eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Das ist dann gegeben, wenn der Schuldner voraussichtlich nicht mehr in der Lage ist, die bestehenden Verpflichtungen zur Zahlung zu erfüllen, wenn diese dann fällig werden.

Wenn es sich um i juristische Personen (einer Aktiengesellschaft oder einer GmbH) handlet, gilt als 3. Grund auch die Überschuldung als Begründung für eine Insolvenz. Dabei ist dies im § 19, Abs. 2 der Insolvenzordnung festgehalten. Hierbei liegt dann eine Überschuldung vor, wenn das Vermögen eines Schuldners die vorhandenen Verbindlichkeiten nicht mehr abdeckt.

Eine Ausnahme liegt dann vor, wenn die Unternehmens-Fortführung wahrscheinlich erscheint. Wann muss von einem Unternehmen die Firmeninsolvenz beantragt werden? Bei Juristische Personen muss gemäß § 15a Abs. 1 S.1 Insolvenzrecht die Insolvenz angemeldet werden, wenn das Unternehmen überschuldet oder zahlungsunfähig ist.

Dies gilt zum Beispiel für GmbHs, für Aktiengesellschaften, für eingetragene Genossenschaften sowie haftungsbeschränkte Unternehmensgesellschaften (UG). Wenn eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorhanden ist, müssen solche Firmen eine Anmeldung zur Insolvenz vornehmen. Bei den übrigen Unternehmensformen besteht gemäß § 15a Abs. 1 S.2 der Insolvenzordnung ist hier keine Antragspflicht zur Firmeninsolvenz vorhanden, wenn es sich bei einem persönlich haftenden Gesellschafter um keine natürliche Person (hier also kein Mensch) handelt.

Das gilt zum Beispiel für die Rechtsform der GmbH & Co.KG. Dort ist dann die GmbH (also juristische Person) der persönlich haftende Gesellschafter. Spätestens 3 Wochen ab dem Zeitpunkt der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit müssen das Unternehmen gemäß § 15 a Abs. 1 Insolvenzordnung die Insolvenz anmelden.

Wenn dies nicht erfolgt, entsteht wegen Insolvenzverschleppung ein Strafgegenstand. Darauf kann es eine Freiheitsstrafe für die verantwortlichen Personen von bis zu 3 Jahren geben. Bei den Unternehmen, bei denen eine persönliche Haftung mit dem Privatvermögen durch den Unternehmer selbst oder deren Gesellschafter vorhanden ist, besteht keine Pflicht zur Anmeldung einer Firmeninsolvenz.

Dazu gehört zum Beispiel eine Offene Handelsgesellschaft (OHG), eine Kommanditgesellschaft (KG), eine Gesellschaft der bürgerlichen Rechts (GbR), ein Einzelkaufman (e.K.) und ein Freiberufler , der persönlich haftet. Dennoch ist es für solche Unternehmen, die überschuldet oder zahlungsunfähig sind, sinnvoll, trotzdem eine Firmeninsolvenz zu beantragen. Der Grund liegt darin, dass aufgrund der Insolvenz eine Straf- oder Haftungsmöglichkeit nicht komplett ausgeschlossen werden kann.

Wenn jemand beispielsweise weiterhin Verträge abschließt, obwohl das Unternehmen zahlungsunfähig ist, macht sich dieser wegen eines Eingehungsbetruges strafbar und somit besteht das Risiko, dass ein Gericht hier eine Restschuldbefreiung nicht bewilligt. Welcher Ablauf ist bei einer Firmeninsolvenz vorgesehen?

Hier gibt es 3 Phasen. Die erste Phase ist der Antrag und das Eröffnungsverfahren, die zweite Phase das Insolvenzverfahren und die dritte Phase der Abschluss des Verfahrens. Die Anmeldung erfolgt beim dafür örtlich zuständigen Amtsgericht. Dieses Amtsgericht fungiert dann als Insolvenzgericht. Dabei hängt die Zuständigkeit vom Sitz des Unternehmens ab.

Wenn dann ein solcher Antrag gestellt worden ist, wird vom zuständigen Gericht geprüft, ob die Voraussetzung zur Eröffnung eine Insolvenz vorhanden ist. Dabei muss ein entsprechendes Vermögen noch vorhanden sein, das die Aufwendungen für ein solches Verfahren abdeckt. Zu den Kosten gehörten zum Beispiel die Gerichtskosten und die Vergütung für den Insolvenzverwalter. Sollte dies nicht vorhanden sind, wird ein solcher Antrag mangels Masse abgewiesen.

Das eigentliche Insolvenzverfahren wird dann vom eingesetzten Insolvenzverwalter durchgeführt. Dieser übernimmt dann auch während dieses Verfahrens die Führung des Unternehmens. Dabei wird dann das noch im Unternehmen befindliche pfändbare Vermögen beschlagnahmt und die vorhandenen Gläubiger können darüber nicht mehr verfügen. Die Aufgabe des Insolvenzverwalters ist es, entweder das Unternehmen, eine Sanierung oder eine Liquidation des Unternehmens durchzuführen.

Dabei gibt es keine einheitliche zeitliche Dauer. Dies hängt zum Beispiel von der Anzahl der Gläubiger und auch von der Größe des Unternehmens ab. Für weitere Fragen steht ein komplettes Experten-Team rund um die Uhr jederzeit gerne zur Verfügung. Den Klienten wird selbstverständlich Professionalität und Diskretion zugesichert.