Firmeninsolvenz anmelden in Corona Zeiten

Gerade in Coronazeiten geht die Wirtschaft auf und ab. Viele Unternehmen bekommen dadurch Probleme und müssen Insolvenz anmelden. Doch wie ist das eigentlich in solchen Zeiten? Gibt es Unternehmen, die trotzdem keine Insolvenz anmelden müssen?

Was Sie bei Corona-bedingter Insolvenz als Unternehmer wissen sollten
Die wirtschaftlichen Folgen aufgrund des Eingreifen des Staates sind der heutigen Zeit fatal und wirken sich auf viele nicht gut aus. Gerade Unternehmen, die dadurch ganz geschlossen haben oder wenig Nachfrage bekommen, haben so einen Umsatzeinbruch, der sich nicht so einfach wieder ausgleichen lässt.

So müssen vor allem Start-Ups Insolvenz wegen Corona anmelden, da diese noch nicht so bekannt auf dem Markt sind und dadurch erst recht weniger Kunden anziehen. Gleiches gilt für Unternehmen, die kein belastbares Geschäftsmodell besitzen und Firmen, die sich überwiegend mit Fremdkapital über Wasser halten. Wenn Sie zu diesen gehören, sollten Sie sich Ihre nächsten Schritte gut überlegen, um auch nach der Pandemie noch existieren zu können.

Aber selbst andere Unternehmen, die vollkommen gut auf dem Markt stehen, können dadurch gefährdet werden. Im Grunde trifft es alle fast gleichermaßen, da jeder mit Umsatzeinbußen zu den Jahren davor rechnen muss. Auf Dauer ist das für niemanden etwas, weswegen rechtzeitig gehandelt werden sollte.

Keine Insolvenz Anmeldung nötig – Wer trotz Überschuldung keinen Antrag stellen muss
Aktuelle Regelungen laufen noch bis zum 30.April, danach müssen Unternehmen keine Insolvenz mehr anmelden. Das ist jedoch dann erst der Fall, wenn jene zwischen em 1. November 2020 und dem 28. Februar 2021 einen Antrag auf Coronahilfen gestellt haben oder einen solchen hätten stellen können, aber verhindert waren.

Derzeit gilt jedoch die Insolvenzantragspflicht noch, um so überschuldeten Unternehmen zugute zu kommen. Die Firmeninsolvenz kann so dafür sorgen, dass Sie finanziell wieder auf die Beine kommen. Keine Hilfe möglich – Muss dann Firmeninsolvenz beantragt werden? Haben Sie keinen Anspruch auf eine Coronahilfe, dann bleibt Ihnen nicht viel anderes übrig, als einen Insolvenzantrag zu stellen.

Das COVInsAG sorgt nämlich nicht dafür, dass Insolvenztatbestände vollkommen von der Bildfläche verschwinden. Nur jene, die von einer Insolvenz pandemiebdingt bedroht werden, sollten davon tatsächlich profitieren. So können Sie nachweisen, dass Ihr Unternehmen durch die Pandemie finanzielle Schwierigkeiten hat Dafür sollten Sie am 31.10.2019 nicht schon zahlungsunfähig oder überschuldet gewesen sein.

Zudem muss der 1.Januar 2020 ein positives EBIT für das abgeschlossene Geschäftsjahr aufweisen. Ist Ihr Umsatz mehr als 30 % zum Vorjahr eingebrochen, dann gilt die herbeigeführte Insolvenz als pandemiebedingt. Mit dem COVInsAG wurde das Paket zur Firmeninsolvenz bzw. dem allgemeinen Insolvenzrecht Ende 2020 geändert. So wird der Prognosezeitraum für die Überschuldungsprüfung bei der das COVInsAG greift, direkt auf 4 Monate begrenzt.

Jedoch gilt dies erstmal bis zum 31.12.2021 befristet. Gibt es Sonderregelungen bei Firmeninsolvenz bezüglich Corona? Bis auf das COVInsAG ändert sich direkt am Prozess für Firmeninsolvenz nicht viel und läuft ab wie zuvor. Dennoch kann es sinnvoll sein etwas mit der Antragsstellung zu warten, was an der Gesetzesreform vom 1.Oktober liegt und auch weil eine eingeschränkte Antragspflicht für Insolvenzen derzeit gilt.

Viele Hilfemaßnahmen wurden von der Bundesregierung schon erteilt, sodass sich einige noch gerade so über Wasser halten konnten. So müssen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit vorliegen, um tatsächlich Insolvenz anmelden zu können, was zumindest noch bis Ende Januar diesen Jahres gegolten hatte. Danach ist es wieder etwas anders geworden, aber dennoch besteht eine Chance für Sie dies wieder gerade zu biegen und zu überleben.

Als Sonderfall – Insolvenz in der Eigenverwaltung
Da Sie nie sicher sein können, wann die Zahlen in Corona wieder einstürzen, können Sie per Eigenverwaltung einen Insolvenzplan aufstellen. Jener enthält ganz konkrete Maßnahmen, wodurch Sie eigenverantwortlich eine Sanierung durchsetzen. Lediglich ein Insolvenzverwalter wird hier eingesetzt, um den ganzen Prozess überwachen zu können. Dadurch bleibt Ihnen Einiges erspart, was gerade jetzt nur von Vorteil sein kann. Sie sparen sich nämlich Verfahrenskosten für das Gericht und den Insolvenzverwalter.

Zudem können Sie eine nachhaltige Sanierung veranlassen, sodass Sie im Nachhinein auch etwas davon haben werden. Zudem ist ein solches Insolvenzplanverfahren viel schneller abgewickelt und deutlich flexibler als ein Regelinsolvenzverfahren. Damit sparen Sie also Zeit und Geld, was sich nur positiv auf alles Weitere auswirken kann. Demnach sollten Sie es einfach probieren und Sie werden sehen, dass das Ergebnis nur besser werden kann.