Der Unternehmens-Corona-Wahnsinn geht unnötigerweise weiter!

Aus aktuellen Anlass in der momentan unterschwellig bestehenden Krise – aber auch in Betracht auf die kommende schwerere Wirtschaftskrise ab Februar 2021 – IDW S 11 − Beurteilung der Insolvenzreife

Die Aktualität ist kaum zu übertreffen, dies u.a. in der Schweiz und auch in Deutschland. Wir reden aktuell von einer wirtschaftlichen Krise sehr vieler Unternehmen, bei der eine Herausforderung für alle Beteiligten ansteht –  gerade für die Geschäftsführer/Vorstände, die durch einen nicht rechtzeitig gestellten Insolvenzantrag Gefahr laufen, sich der Haftung aus Insolvenzverschleppung auszusetzen wird immer akuter. Dies vor allem, wie schon mehrfach von der Sebile AG prognostiziert, seit Mai 2020 als die erste sogenannte Corona-Krise voll zuschlug. Nun, nach den aktuellen Geschehnissen und Entscheidungen der Regierungen wird die wirtschaftliche Krise noch erst in vollem Gang folgen. Dies nach unserer Meinung ab Februar 2021, wenn sehr viele Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen sehr klar und erschreckend bemerken werden, dass sie mitten in der Insolvenzreife sind und hier sofort und direkt Handlungsbedarf besteht. Bisher wurden z.B. in Deutschland im Jahr 2019    18.749 Insolvenzen angemeldet und 2018 z.B. 19.302. Die Sebile AG geht auf Basis Ihrer Berechnungen und Erfahrungen davon aus, dass beginnend Februar 2021 alleine dann schon 7.500 bis 11.000 Insolvenzen erfolgen werden für Deutschland nur in den ersten 2 bis 3 Monaten zu Beginn 2021. Das ist bzw. wird eine wirtschaftliche Katastrophe vor allem für die betroffenen Unternehmen und Menschen.  In der Schweiz hatte man in 2018  4.813 und in 2019   4.691 Insolvenzen. Hier wird man eine Steigerung erleben von ca. 15%. Dies jedoch ist weitaus geringer als das, was Deutschland und der Mittelstand erleben wird in 2021. Die verfehlte Politik und Umgang mit dieser Situation wird sehr vielen Unternehmen und Unternehmern die Existenz kosten. 

Für Deutschland z.B. hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat einen grundlegenden soliden Standard zur „Beurteilung des Vorliegens von Insolvenzeröffnungsgründen (IDW S 11)“ erneut veröffentlicht. Hier werden u.a. unter Berücksichtigung der aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung, hier für Deutschland, Fragen aufgenommen, die schon seit Einführung der Insolvenzordnung vor rund 14 Jahren aufgetreten sind. 

Wann genau sind Sie, ist die Geschäftsführung/der Vorstand verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen?  

Die Insolvenzordnung, in Deutschland z.B., (InsO) benennt 3 Gründe für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens:

  • die Zahlungsunfähigkeit,
  • die drohende Zahlungsunfähigkeit sowie
  • die Überschuldung.

Die definierte Zahlungsunfähigkeit (gemäß § 17 InsO) ist dann z.B. gegeben, wenn der Schuldner z.B. das / ein Unternehmen, seine aktuell zu einen Buchungstag fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann. Die Zahlungsunfähigkeit liegt neben der tatsächlichen Zahlungseinstellung insbesondere dann vor, wenn über einem 3-Wochen-Zeitraum eine Liquiditätslücke von mehr als 10 % der fälligen Gesamt-verbindlichkeiten besteht, die sich nicht mit an Sicherheit herankommender Wahrscheinlichkeit in drei bzw. sechs Wochen schließt. Um diese Lücke zu ermitteln, sind ein aktueller & stichtagsbezogener Finanzstatus und ein zeitraumbezogener Finanzplan zu erstellen. 

Ergibt sich messbar aus dem dann erstellten Finanzplan, dass die Finanzlücke innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen geschlossen werden kann, liegt hingegen eine Zahlungsstockung vor, die nicht bzw. unbedingt zwangsläufig eine Pflicht zur Antragstellung nach sich zieht. Wenn es sich nicht nur um eine Zahlungsstockung handelt, hat die Geschäftsführung / der Vorstand unverzüglich einen Insolvenzantrag zu stellen.  Hier ist zwingend der Zwang vorliegend.

Die drohende Zahlungsunfähigkeit nach § 18 InsO ist eine Vorstufe zur tatsächlichen Zahlungsunfähigkeit, d. h. der Schuldner bzw. Unternehmen wird voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt nicht in der Lage sein, nachweisbar bestehende Zahlungsverpflichtungen bei dann stehender Fälligkeit zu erfüllen. Grundlage der Beurteilung ist, wie bei der Überschuldungsprüfung, die Fortbestehens Prognose. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit besteht keine Pflicht jedoch ein Insolvenzantragsrecht, um gegebenenfalls das Schutzschirmverfahren in Anspruch nehmen zu können.  

Die Überschuldung gemäß § 19 InsO wird in einem Zwei-Stufen-Verfahren ermittelt. Im ersten Schritt ist bei einer bilanziellen Überschuldung eine Fortbestehens Prognose aufzustellen, um so die Überlebenschancen des Unternehmens zu ermitteln. Die Fortbestehens Prognose umfasst mindestens den Zeitraum des laufenden sowie des nächsten Geschäftsjahres. Bei einer eindeutig positiven Fortbestehens Prognose ist das Unternehmen im insolvenzrechtlichen Sinne nicht überschuldet. Besteht eine negative Fortführungsprognose, ist ein Überschuldungsstatus aufzustellen, in dem das Vermögen den Schulden gegenüberzustellen ist. Dabei sind alle stillen Reserven und Lasten aufzudecken. Deckt das Vermögen die Schulden nicht, liegt eine insolvenzrechtlich relevante Überschuldung vor und die Geschäftsführung / der Vorstand hat sofort ohne Zeitaufschub einen Antrag auf Insolvenz zu stellen.   

Für die Beurteilung der Insolvenzantragspflicht bzw. des -antragsrechts sind vom Unternehmen in Krisenzeiten

  • ein Finanzstatus, in dem die verfügbaren liquiden Mittel den fälligen Verbindlichkeiten gegenüberzustellen sind, 
  • ein genauer dezidierter Finanzplan für die nächsten 3 Wochen und 
  • eine Fortbestehens Prognose für das laufende und das folgende Geschäftsjahr zu ermitteln bzw. zu erstellen. 

Diese Berechnungen und Nachweise werden von Unternehmen, die sich nicht in einer Krise befinden, im Norm Fall nicht erstellt, weshalb ihre Erstellung für Unternehmen regelmäßig eine große Herausforderung darstellt. Insbesondere für die Fortbestehens Prognose sind sowohl für das laufende als auch für das Folgejahr alle erwarteten künftigen Einzahlungen den Auszahlungen gegenüberzustellen. Also eine sehr genaue Liquiditätsplanung und Umsatz- und Gewinnplanung. 

Endmeinung Sebile AG

In Zeiten z.B. der aktuellen massiven Krise hat die Geschäftsführung / der Vorstand besondere Beachtungen / Berechnungen mit großer Sorgfalt zu erstellen, die normalerweise nicht in dem notwendigen Detaillierungsgrad von den meisten Unternehmen vorgehalten werden bzw. vorliegen! Die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Rechenwerke sind von besonderer Bedeutung, da sie die Grundlage für die Frage bilden, wann ein Insolvenzantrag zu stellen ist, um damit die Haftung aus einer möglichen Insolvenzverschleppung zu vermeiden. Hier ist unverzüglich zu handeln und vor allem sehr genau zu agieren. Dies im Sinne des Unternehmens, seiner Zukunft, der Mitarbeiter und Eigner als auch der Gläubiger und Geldgeber.  Die Sebile AG als erfahrener Sanierungsexperte begleitet Sie ab Beginn Ihrer Krise bis zum erfolgreichen Relaunch. Kontaktieren Sie uns.