Beratung vor der Firmeninsolvenz 2021

Zum Jahreswechsel 2021 wurden die Karten im „InsO-Nopoly“ (bezieht sich hier auf das deutsche Insolvenzrecht) neu gemischt. Einige Ereigniskarten und Ass-Karten wurden geändert oder neu hinzugefügt. Verkürzung der Restschuldbegleichungsverfahren für natürliche Personen auf 3 Jahre.

Für natürliche Personen wurden die Restschuldbegleichungsverfahren auf drei Jahre verkürzt. Dies gilt für alle ab dem 1. Oktober 2020 geltenden Insolvenz- und Restschuldbereinigungsverfahren. Daher ist es schneller, das „Licht am Tunnel“ zu erkennen. Das ist eine gute Nachricht für Selbständige, die im Insolvenzverfahren weiterarbeiten.

Bisher kann die Restschuld nur unter bestimmten Voraussetzungen nach 3 oder 5 Jahren im Voraus getilgt werden. Nach Genehmigung der gewerblichen Tätigkeit wird für Selbständige mehr Rechtsschutz gewährt. Dies ist eine neue und sehr beliebte Möglichkeit für Selbständige, die nach Zustimmung des Insolvenzverwalters nach § 35 Abs. 2 weiter arbeiten, wobei das Gericht den Überweisungsbetrag nach § 295a InsO festsetzt:

Auf Antrag einer Firmeninsolvenz setzt das Gericht den der Vergütung des Arbeitsverhältnisses entsprechenden Betrag nach den Vorschriften des § 295a Abs. 1 InsO fest. Der Schuldner muss die Höhe der Vergütung, die er aus einem ordnungsgemäßen Arbeitsverhältnis beziehen kann, glaubhaft machen. Der Treuhänder und die Insolvenzgläubiger werden ihre Meinung anhören, bevor sie eine Entscheidung treffen. Daher kann der insolvente Schuldner, der weiterhin selbstständig arbeitet, einen Rechtsschutz für den überwiesenen Betrag erhalten, der zuvor nicht möglich war.

Die Insolvenzantragspflicht ist wieder aufgetaucht
Die Antragspflicht gilt weiterhin für juristische Personen und Gesellschaften ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Im Konkursfall innerhalb von 3 Wochen nach Eintritt des Konkurses, wenn es sich um eine Überschuldung handelt, innerhalb von 6 Wochen nach Eintritt der Überschuldung (Neufassung). Die Verpflichtung zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenz im Zusammenhang mit der Pandemie ist abgelaufen. Als grobe Faustregel gilt: Kann der Schuldner innerhalb von drei Wochen 90 % seiner fälligen Gesamtschuld nicht zurückzahlen, geht er in Konkurs. Privathaftpflichtschuldner wie Freiberufler und Einzelunternehmen müssen jedoch keinen Insolvenzantrag stellen.